• Andreas Kley
  • Geschichte des öffentlichen Rechts der Schweiz

  • Dike Verlag
  • 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2015
  • 579 Seiten, gebunden

  • ISBN: 978-3-03751-705-5
  • Publikationsart: Darstellung
  • Sprache: Deutsch
  • Verfügbarkeit: am Lager

Preis: CHF 68.00

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«… Kleys Geschichte des öffentlichen Rechts erschöpft sich bei Weitem nicht in einer Ahnengalerie von Rechtswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern. Vielmehr entwirrt er ein Geflecht von Themen, Theorien und Personen und steckt dabei die wichtigen Wegmarken ab: Naturrecht und Rechtspositivismus, Völkerrecht und Landesrecht, Liberalismus und sozialstaatliches Denken. Kley macht sich seinen eigenen Erfahrungsschatz zunutze, wenn er – aus der Innenperspektive – den Lehr- und Universitätsbetrieb beschreibt und bewertet. Erfrischend und beherzt ist aber das Werk gerade in der 'Aussensicht', also dort, wo er mit kritischen und bedenkenswerten Überlegungen den eigenen Berufsstand in den Fokus rückt. Letztlich ist Kleys Werk aber vor allem ein eindrückliches und eindringliches Plädoyer für das geschichtliche Denken in der Rechtswissenschaft. »
—Reto Feller, LeGes, Nr. 01/2012, S. 111 ff.

«… Zu einer Wissenschaftsgeschichte des öffentlichen Rechts gehören auch die Details der Universität, die Hochschul- und Berufungspolitik, der Umgang mit den Fördermitteln, die Gutachtenpraxis sowie Nähe oder Distanz zur Politik. Auch diese Dinge von recht unterschiedlichem Gewicht, bis hin zur Tätigkeit der Assistenten und zum Komplex 'Plagiat', werden hier in Kürze behandelt. Vieles dürfte auch dem deutschen Leser bekannt sein, vor allem die Sorge vor einer zunehmenden Ökonomisierung der Universität und dem damit verbundenen Schwund an Vermittlung philosophischer und historischer 'Grundlagen'. Letzteres ist das Kernproblem; denn die berufsorientierten Kenntnisse des positiven Rechts veralten heute schneller denn je durch den sprichwörtlichen „Federstrich des Gesetzgebers“, durch Entstehung nichtstaatlichen Rechts und durch eine internationale Kooperation, die den herkömmlichen Nationalstaat hinter sich lässt. Folgt man dem Autor am Ende des Buchs auf das Gebiet der Methodenfragen des öffentlichen Rechts, dann sieht man, wie ähnlich die Entwicklungen im Vergleich zu Deutschland sind, aber man kann auch den für die Schweiz typischen Pragmatismus, Distanz zu theoretischen Luftgebäuden und grössere Nähe zur Praxis feststellen. Kley macht deutlich, wie rasch sich die Szene durch Europäisierung und Globalisierung verändert, wie der historische Hintergrund und die Selbstgewissheiten der Schweiz verblassen. So endet das Buch mit den offenen Fragen der Zukunft des nationalen öffentlichen Rechts, des modernen, privatrechtlich durchmischten Verwaltungsrechts, das immer weniger als etatistisches Sonderrecht verstanden werden kann, sowie des Internationalen Rechts in einer engstens vernetzten Weltgesellschaft.»
—Professor Dr. Dr. h.c. mult. Michael Stolleis, Juristen Zeitung (JZ), Nr. 03/2012, S. 140 ff.

«…Die Verflechtung zahlreicher Akteure mit der Zeitgeschichte stellte Kley vor schwierige Gratwanderungen, zum Beispiel wenn anfängliche Sympathien vereinzelter Kollegen für nationalsozialistisches Gedankengut in der Zwischenkriegszeit eine sonst glänzende Biografie verdüstern. Der Verfasser weicht dabei nicht auf diplomatische Floskeln aus, sondern legt die Fakten auf den Tisch, was die Lektüre spannend macht. Besonders positiv erwähnt er dabei auch einen Privatrechtslehrer: August Egger, der schon 1934 eindringlich vor der aus dem damaligen Deutschland drohenden Gefahr warnte. »
— Walter Haller, Neue Zürcher Zeitung (NZZ), Nr. 243/2011

«Das Werk des an der Universität Zürich lehrenden Autors ist das erste seiner Art: es wird daher in der schweizerischen juristischen Literatur eine besondere Stellung einnehmen… »
— Prof. Dr. Diemut Majer, Zeitschrift für Schweizerisches Recht (zsr), Band 131 (2012) I Heft 3

«…Der interessanten Details sind so viele, dass man schlicht und einfach die Lektüre des Buches empfehlen muss. Mit ihm hat Kley einen Maßstab dahingehend gesetzt, wie eine Geschichte des Öffentlichen Rechts immens quellengesättigt, detailreich und dennoch großen, erkennbaren Linien folgend geschrieben werden kann.»
— Wilhelm Brauneder, Zeitschrift für Neuere Rechtsgeschichte (ZNR), Wien, S. 300 f.

«…Der eigenständig und kritisch beobachtende Autor beschränkt sich nicht auf eine rechtsgeschichtliche Darstellung der dogmatischen Entwicklung. Seine Interessenschwerpunkte sind ausweislich zahlreicher Publikationen neben der Verfassungsgeschichte politische Ideengeschichte, Methodenlehre sowie Rechts- und Staatsphilosophie. Seine Analyse der letzten zwei Jahrhunderte gerät ihm wegen der interdisziplinären Verflechtung der Gegenstandsbereiche unter der Hand zu einer engen Verzahnung von Rechtsgeschichte, politischer Geschichte, Mentalitätsgeschichte und Personengeschichte der handelnden und sich wandelnden Persönlichkeiten...
Das materialreiche, mit akribischem Arbeitsaufwand sorgfältig recherchierte, mutige und bahnbrechende Buch füllt eine große Lücke. Den Leser erwarten Erkenntnisgewinn, Lesegenuss und vielfältige Anregungen zum Nachdenken...»
— Bernd Rüthers, Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (ZRG GA), 130. Band, 2013, S. 578 ff. 

«..Das Werk hat „typisch Schweizer“ Qualitäten: lebendige Sprache, anschauliche Schilderung der Akteure, und, besonders wichtig, die Einbeziehung von Politik und Zeitläufte in die Betrachtung. Der Autor beschreibt die Grundlagen der Wissenschaft vom Staat in hervorragender Weise. Diese hat viele Väter, oft gingen Schweizer voran. Das Buch ist in jeder Hinsicht zu empfehlen – sowohl für Juristen wie auch für Sozialwissenschaftler. Politikwissenschaftler und Historiker… »
— Prof. Dr. Diemut Majer, Das Historisch-Politische Buch 3/2013, S. 396

 

Die Geschichte der Lehre des öffentlichen Rechts ist eine bisher nur teilweise erforschte Seite der rechtlichen und politischen Entwicklung des schweizerischen Bundesstaates. Der vorliegende Band stellt diese Geschichte mit ihren grossen Themen und Personen bis in die Gegenwart umfassend dar.

Der Band setzt mit der Zeit nach der Restauration um 1830 ein und behandelt die Entstehung einer modernen Wissenschaft des öffentlichen Rechts aus dem Rechtspositivismus heraus. Er stellt auch die gesamte politische Entwicklung der Schweiz aus der Sicht der Staatsrechtslehre dar: etwa den Ausbau der direkten Demokratie, die Einrichtung des Sozialstaates, den konfessionellen Gegensatz seit dem 19. Jahrhundert bis zum Ende der 1960er Jahre, die beiden Weltkriege und die Zwischenkriegszeit mit ihren ideologischen Abirrungen, den Wirtschaftsaufschwung der 1950er Jahre mit der Entfaltung einer modernen Grundrechtstheorie und die 1968er Bewegung mit ihrer Forderung nach Demokratisierung. In diesen intellektuellen Auseinandersetzungen werden herausragende Professorenpersönlichkeiten beispielhaft vorgestellt.

Die Geschichte der Wissenschaft vom öffentlichen Recht in der Schweiz ist geprägt von nicht abgeschlossenen Diskussionen, die hier ausführlich nachgezeichnet werden: zum einen die Auseinandersetzung zwischen Naturrecht und Rechtspositivismus, die heute im Streit um das Völkerrecht in seinem Verhältnis zum Landesrecht wieder aufflammt, zum anderen die Auseinandersetzung zwischen Liberalismus und sozialstaatlichem Denken.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen und Entwicklungen – stellt der Ausblick die Frage nach der Zukunft des liberalen Staates und der Freiheit überhaupt.

Diese zweite Auflage trägt bisher erschienene Literatur nach und erweitert an wenigen Stellen den Text leicht. Der gesamte Inhalt (S. 1–472) ist mit der ersten Auflage – bis auf wenige Zeilenverschiebungen – konkordant. Die Kurzbiographien wurden zum Teil ausgebaut, um weitere Persönlichkeiten ergänzt und schliesslich weist die neue Auflage zusätzlich ein Sachregister auf.