• Benedikt van Spyk
  • Das Recht auf Selbstbestimmung in der Humanforschung
  • Zugleich eine Untersuchung der Grundlagen und Grenzen des «informed consent» im Handlungsbereich der Forschung am Menschen

  • Dike Verlag (in Kooperation mit Nomos Verlag, Baden-Baden)
  • 1. Auflage, Zürich/St. Gallen 2011
  • XX, 456 Seiten, gebunden

  • ISBN: 978-3-03751-334-7
  • Publikationsart: Dissertation
  • Sprache: Deutsch
  • Verfügbarkeit: am Lager

Preis: CHF 110.00

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Die Bestimmung der Reichweite individueller Selbstbestimmung namentlich in Bezug auf das eigene Leben und die körperliche Unversehrtheit stellt eine vordringliche Aufgabe der gegenwärtigen Grundrechtstheorie dar. Liberale Positionen stehen dabei vermeintlich unvereinbar republikanischen, wertorientierten Auffassungen gegenüber. Ausgehend von dieser Kontroverse behandelt die vorliegende Arbeit die Frage nach den Grundlagen und Grenzen der Freiheit einer Versuchsperson, in eine Forschung am Menschen einzuwilligen. Im ersten Teil werden hierfür das grundrechtliche Fundament des Selbstbestimmungsrechts sowie sein Verhältnis zum Menschenwürde- und Integritätsschutz dargestellt. Zu klären ist insbesondere die Frage nach den immanenten Grenzen der Freiheit der Willensbetätigung sowie nach der Zulässigkeit eines staatlichen Schutzes der Person vor sich selbst. Daran anschliessend gilt es, den Handlungsbereich der Humanforschung zu konkretisieren und zu systematisieren. Im Fokus steht die Abgrenzung zwischen der medizinischen Forschung und Praxis. Im dritten Teil ist nach einer Erläuterung der konzeptuellen Ausgestaltung des «informed consent» auf die praktischen und normativen Grenzen der informierten Einwilligung einzugehen. Diskussionsbedürftig erweist sich besonders das Verhältnis zwischen dem «informed consent» der Versuchsperson und der staatlichen Risikovorsorge. Zur Auflösung dieses legitimatorischen Konkurrenzverhältnisses wird eine grundrechtlich reflektierte und inhaltlich differenzierte Risiko-Nutzen-Abwägung skizziert, die von den Bewilligungsbehörden im Rahmen der Forschungskontrolle als Entscheidungshilfe herangezogen werden kann. Die rechtsvergleichend angelegte Arbeit verfolgt demnach sowohl ein (grundrechts)theoretisches wie auch ein (forschungs)praktisches Interesse.