• Maurin Schmidt
  • Das Aussenverhältnis der Haftung einer Mehrheit von Schädigern im Haftpflichtrecht
  • Ein Haftungsmodell basierend auf der Solidarität, der Anspruchskonkurrenz und der Kausalität

  • St. Galler Schriften zur Rechtswissenschaft, Band 23

  • Dike Verlag
  • 1. Auflage, Zürich/St. Gallen 2012
  • XXXIX, 255 Seiten, broschiert

  • ISBN: 978-3-03751-466-5
  • Publikationsart: Dissertation
  • Sprache: Deutsch
  • Verfügbarkeit: am Lager

Preis: CHF 72.00

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«Die Dissertation betrachtet das Verhältnis einer Mehrheit von Schädigern zum Geschädigten im ausservertraglichen Haftungsrecht. Nach herrschender Ansicht haftet eine Schädigermehrheit grundsätzlich solidarisch. Dadurch wird der Geschädigte bevorzugt. Der Autor hinterfragt diese Maxime und präsentiert ein alternatives Haftungsmodell unter dem Blickwinkel der Kausalität. So soll die Haftung einer Mehrheit Ersatzpflichtiger ausgewogener gestaltet werden, um weder Schädiger noch Geschädigten zu bevorzugen.
Ist die schwerfällige Einführung in das Thema erst einmal überwunden, erhält der Leser ein gut verständliches und interessantes Lösungsmodell. Zum Verständnis tragen die vielen nützlichen Beispiele bei. Abgerundet wird die Dissertation durch eine praktische Zusammenfassung.

Bewertung: Wissenschaftliche Arbeit mit gutem Ansatz für die Weiterentwicklung der Thematik; für Haftpflichtspezialisten.»
—jsp, plädoyer, Magazin für Recht und Politik, Heft 2/13, Seite 57


Durch mehrere Schädiger verursachte Schädigungen sind in der heutigen vernetzten und mobilen Welt häufig. So stellt sich die Frage nach der Haftung der Schädiger gegenüber dem Geschädigten im schweizerischen Haftpflichtrecht in unterschiedlichsten Konstellationen, bspw. bei Verkehrsunfällen, Bauschäden, Krawallen oder Umweltschäden.
Die vorliegende St. Galler Dissertation befasst sich mit der Haftung einer Schädigermehrheit gegenüber einem Geschädigten (Aussenverhältnis) im schweizerischen Haftpflichtrecht. Die Ausgangslage der Arbeit bildet eine Darstellung und Analyse der in Lehre und Rechtsprechung überwiegend vertretenen Ansicht, dass eine Schädigermehrheit gemäss Art. 50/51 OR in echter und unechter Solidarität (Anspruchskonkurrenz) für den ganzen Schaden haftet.
Dieser Ansicht einer Ganzhaftung wird für Konstellationen der Anspruchskonkurrenz entgegengetreten. Die Schädiger trifft bei der Anspruchskonkurrenz weder ein gemeinsames Verschulden noch haben sie die Schädigung zusammen verursacht. Eine Ganzhaftung lässt sich diesbezüglich nicht mit dem Geschädigtenschutz rechtfertigen und führt zu einer Privilegierung des Geschädigten bzw. einer Mithaftung für nicht verursachte Teilschäden.
Es wird daher ein Haftungsmodell vorgestellt, welches die Zurechnung der schädigenden Handlungen basierend auf der Haftungsvoraussetzung der Kausalität vornimmt und die Interessen des Geschädigten und der Schädiger ausgleichend berücksichtigt. Dabei wird auch auf die Schadenersatzbemessung (Art. 43/44 OR) eingegangen und insbesondere die Frage diskutiert, wie die Haftung auszugestalten ist, wenn der Geschädigte selbst an der Schädigung beteiligt war. Sodann wird bei der Zurechnung schädigender Handlungen die Frage beantwortet, was unter einer einheitlichen Schädigung bzw. Schaden zu verstehen ist. Abschliessend wird ein Lösungsansatz für Konstellationen vorgestellt, in welchen der Nachweis der Kausalität aufgrund von Beweisschwierigkeiten misslingt (alternative Kausalität), und der Frage nachgegangen, wer das Risiko der Unaufklärbarkeit unklarer Kausalanteile zu tragen hat.