• Daniel Thürer
  • Res publica
  • Von Menschenrechten, Bürgertugenden und neuen Feudalismen

  • Dike Verlag
  • 1. Auflage, Zürich/St. Gallen 2011
  • 46 Seiten, broschiert

  • ISBN: 978-3-03751-366-8
  • Publikationsart: Abhandlung
  • Sprache: Deutsch
  • Verfügbarkeit: am Lager

Preis: CHF 28.00

   - ODER -    + Wunschliste

«… In seiner 2010 an der Universität Zürich gehaltenen Abschiedsvorlesung greift auch der Rechtswissenschaftler Daniel Thürer auf diese Polis-Kultur zurück. Anders jedoch als manch andere Autoren ergeht der Völkerrechtler sich dabei nicht in staatsmännischem Pathos und konservativer Kulturkritik. Auch wenn seine glasklaren Ausführungen da und dort ins Gesinnungsethische spielen, zielen sie mit Frische und Elan ins Herz gegenwärtiger eidgenössischer Problemlagen. Daniel Thürer verbindet das Ideal der Bürgertugend mit der Skepsis gegenüber dem – auch juristischen – Expertentum, das immer weiss, wie’s geht, und der Allgemeinheit das Denken abnimmt, mit der Stärkung der internationalen Rechtsordnung und der deliberativen Demokratie sowie mit dem Schutz der Verfassung vor 'rechtsstaatswidrigen Methoden' wie etwa dem Minarettverbot oder der 'Ausschaffung' devianter Ausländer. In der Vision einer zu gestaltenden 'Renaissancestadt', in der Bürgerinnen und Bürger sich an einem 'patriotischen Tisch' emphatisch über ihre Ansichten des Gemeinwohls austauschen, kommt das Element des politischen Kampfes wohl etwas zu kurz.»
Neue Zürcher Zeitung (NZZ) vom 24. April 2012, S. 51

Die vorliegende Schrift lanciert neu die klassische, aber wieder zeitgerechte Idee der «Res publica». Mit ihrer Hilfe soll der Zustand von Recht und Gesellschaft analysiert werden. Die Schweiz versteht sich, wie so viele andere Staaten auch, als Demokratie. Ist sie aber getragen von einer weitsichtigen, am Gemeinwohl orientierten Bürgerschaft und verantwortungsvollen Repräsentanten? Die Freiheit des Individuums ist rechtlich vielfältig geschützt. Wird sie aber in Wirklichkeit nicht zusehends missbraucht für eigennützige, kurzlebige Zwecke – dies zum Schaden der Freiheit von Anderen? Hat die Tendenz, Rechte zu betonen und Pflichten zu vergessen, nicht zur Folge, dass Werte der Allgemeinheit zerfallen? Die Wirtschaft floriert zurzeit in vielen Ländern und in vielen Sektoren, vor allem in der Schweiz. Das Vertrauen in die moralische Qualität mancher Kader aber schwindet rapide dahin. Auf der internationalen Bühne und in den einzelnen Ländern entfalten sich unkontrollierte, undemokratische quasi-feudalistische Systeme der Herrschaft. Die Stärke von Staat und Wirtschaft beruht aber auf einer vitalen und innovativen Gesellschaft von Bürgern und ihrem Einsatz für das Ganze. Es ist eine Aufgabe des Rechts – des internationalen Rechts und nationaler Rechtsordnungen – und der Rechtskulturen, diesen verschütteten Stil des am Gemeinwohl orientierten Denkens und Handelns erneut hervorzuheben. Hier liegt der Kern des Anliegens der vorliegenden kleinen Schrift.