Herausforderung Gender: Geschlechtergerechtes Recht im föderalistischen Staat

Gendergerecht wird Recht nur, wenn es allen, Frauen wie Männern, einen geeigneten Rahmen gibt, ihre Eigenheiten zu entfalten und sich einzubringen, ohne durch Vorurteile aufgrund von Geschlechtszuordnungen behindert zu werden. Wie setzt sich uns… Weitere Informationen...
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Gendergerecht wird Recht nur, wenn es allen, Frauen wie Männern, einen geeigneten Rahmen gibt, ihre Eigenheiten zu entfalten und sich einzubringen, ohne durch Vorurteile aufgrund von Geschlechtszuordnungen behindert zu werden. Wie setzt sich unser Recht mit der sozialen Lebenswirklichkeit von Frauen und von Männern auseinander, wie sieht es das so genannte „sozialen Geschlecht“ (Gender)? Diese spannende und aktuelle, hierzulande bisher nur marginal behandelte Frage nimmt die vorliegende Arbeit auf und geht ihr vor dem Hintergrund moderner Entwicklungen im Föderalismus nach. Sie fragt, ob der heutige föderale Staat, der sich auf die Nähe zu den Menschen besinnt, nicht die Chance hat, das Verhältnis zwischen Männern und Frauen neu zu ordnen und eine „bessere“ Gleichheit für die Geschlechter herzustellen. Nach einer theoretischen Grundlegung analysiert die Autorin die Gendersensibilität des schweizerischen Staates. Sie stellt Defizite wie Chancen fest. So entdeckt sie, dass das bundesstaatliche Treueprinzip durchaus in eine Kultur des Machtumgangs nach fraulichem Muster passt. Der föderalistische Integrationgrundsatz ist zwar theoretisch mit der feministischen Denkweise kongruent, doch macht die Arbeit wesentliche Defizite in der Rechtswirklichkeit aus. Namentlich ist es bisher kaum gelungen, Unterschiede in der Lebensrealität von Frauen und Männern einzufangen und Frauen ausreichend in zentrale rechtliche Vorstellungen zu integrieren. Anschliessend untersucht die Arbeit die Genderprägung der Citizenship. Die auf das 19. Jahrhundert zurückgehende Spaltung der Öffentlichkeit wirkt sich im Grundrechtsbereich nachhaltig aus. Trotz nicht ungünstiger Bedingungen haben die Kantone es bisher verpasst, als Promotoren für eine Gendersensibilisierung der Staats- und Rechtsordnung zu wirken. Es gilt deshalb bei der Modernisierung des schweizerischen Staates vermehrt Chancen für geschlechtergerechtes Recht zu nutzen, wofür die Autorin konkrete Ansätze liefert. Mit diesem Werk wird eine neue Perspektive im öffentlichen Recht eingeführt, mit der sich die schweizerische Staats- und Verwaltungswissenschaft bisher nur sehr zurückhaltend befasste. Insofern schliesst das Buch eine Lücke. Es stellt einen Anfang dar für eine geschlechtergerechte Entwicklung des öffentlichen Rechts.

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