GesKR 02/2011

Einzelheft «Schweizerische Zeitschrift für Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht sowie Umstrukturierungen»

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Counsel's Page

Christopher C. King

Christopher C. King über das Agentenproblem der Anwälte in der Verhandlung komplexer Verträge

«Das Gresham’sche Gesetz war eine sehr frühe Erkenntnis über die Antiselektion in der Makroökonomie. Gresham beobachtete im 16. Jahrhundert, dass überall, wo zwei Währungen im Umlauf waren, die Menschen die «gute» Währung horteten und die «schlechte» ausgaben bzw. in Umlauf brachten. Dadurch trieb die schlechte Währung die gute Währung aus dem Umlauf. Es scheint eine ähnliche Gesetzmässigkeit bei der Rechtswahl bei komplexen Verträgen zu geben: Wegen des Agentenproblems bevorzugen Anwälte eine Rechtsordnung, die die Transaktionskosten – zu ihren Gunsten – erhöht. Daher treibt das an sich schlechtere Recht das gute Recht aus dem Umlauf.»

 

Aufsätze

Jean-Luc Chenaux

Jean-Luc Chenaux sur les comités d'actionnaires – Une nouvelle plate-forme d’activisme actionnarial?

«La réticence exprimée par de nombreuses sociétés à l’égard d’un vote consultatif des actionnaires a sans doute favorisé la volonté d’aucuns d’étendre les pouvoirs d’approbation de l’assemblée générale dans le domaine de la politique de rémunération. Ce mouvement de balancier n’est pas sans risques pour le fonctionnement même de la société anonyme. Face à cette évolution, la recherche de nouvelles formes de dialogue et de participation s’impose. La création de comités d’actionnaires est une voie intéressante qui n’a curieusement que peu été explorée. Les critiques qui lui ont été adressées n’apparaissent toutefois pas décisives et peuvent être résolues dans l’aménagement de ses règles de composition et de fonctionnement.»

 
Ramon Mabillard

Ramon Mabillard und Matthias Ammann über Kursrelevanz zwischen ökonomischer Beobachtung und rechtlicher Steuerung

«Sämtliche an der SIX Swiss Exchange kotierten Unternehmen sind aufgrund von Art. 53 des Kotierungsreglements dazu verpflichtet, potentiell kursrelevante, nicht öffentlich bekannte Tatsachen unmittelbar nach deren Entstehen oder Bekanntwerden – ad hoc – zu publizieren (ad hoc-Publizität. So einfach das zunächst klingen mag – den betroffenen Unternehmen bereitet dies in praxi zuweilen Schwierigkeiten. Dies gilt insbesondere für die Abweichung von prognostizierten Finanzzahlen oder die Änderung der Produktpalette: Hier ist oft nicht klar, wann es sich um potentiell kursrelevante Tatsachen handelt. Folglich fällen die betroffenen Unternehmen oftmals im Spannungsfeld von Geheimhaltung und Offenlegungspflicht einen ungewissen Entscheid.»

 
Frank Gerhard

Frank Gerhard und Alexander Nikitine zu Fusion – Angebotspflicht – Opting-out

«Während der Wortlaut von Art. 32 Abs. 1 BEHG auf den Begriff des Erwerbs («Wer […] erwirbt») verweist, implizieren andere Bestimmungen weitere mögliche Formen des Stimmkraftzuwachses. In Frage kommen somit grundsätzlich alle Transaktionsformen, einschliesslich der börsliche oder ausserbörsliche Erwerb von Aktien, die Ausübung von (Call-)Optionen oder Bezugsrechten im Rahmen einer Kapitalerhöhung oder die Wandlung einer Wandelanleihe in Aktien. Das hiesse – und hieran knüpft die hier interessierende Fragestellung –, dass auch die Grenzwertüberschreitung als Folge einer Fusion nach Fusionsgesetz ein Pflichtangebot nach Art. 32 BEHG auslösen würde. Angesprochen ist damit die Frage, ob ein Aktionär auch angebotspflichtig ist, wenn er als Folge der Absorptions- bzw. Kombinationsfusion die Grenze von 33¹/³ % der Stimmrechte an der übernehmenden bzw. neu gegründeten Gesellschaft überschreitet.»

Alexander Nikitine
 

 

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