Peter Häberle

Peter Häberle

Prof. Dr. iur., Dr. h. c. mult

Lebenslauf

Sein Vater war Dr. med. Hugo Häberle; seine Mutter Ursula Häberle, geb. Riebensahm.
 
Nach seinem Rechtswissenschafts-Studium in Tübingen, Bonn, Freiburg/Br. und Montpellier promovierte er 1961 bei Konrad Hesse in Freiburg/Br. Seine Dissertation "Die Wesensgehaltgarantie des Art. 19 Abs. 2 Grundgesetz" (1962, 3. stark erweiterte Auflage 1983) wurde in der Staatsrechtswissenschaft viel beachtet und war Gegenstand sehr kontroverser Diskussionen. Insbesondere seine Thesen zur Grundrechtsdogmatik haben oft leidenschaftlichen Widerspruch gefunden; sie werden als zu sozialwissenschaftlich und zu undogmatisch angesehen. Anderseits waren seine provokanten Thesen auch Auslöser für eine fruchtbare Diskussion. Seine grundrechtsdogmatischen Thesen vertiefte er im Rahmen seines Referates (Grundrechte im Leistungsstaat) auf der Staatsrechtslehrertagung 1971 in Regensburg. Auch hier wurde ihm vorgeworfen, die abwehrrechtliche Seite der Grundrechte zu sehr zu vernachlässigen.
 
Nach der Habilitation (1970 in Freiburg, Thema: "Öffentliches Interesse als juristisches Problem", 2. Aufl. i. E.) wurde er (nach einer Lehrstuhlvertretung in Tübingen) in Marburg zum ordentlichen Professor ernannt. Die Wege führten ihn über Augsburg später nach Bayreuth. Daneben war er zwanzig Jahre lang ständiger Gastprofessor in St. Gallen. Dreizehn Mal war er Gastprofessor in Rom (1990-2007), zehn Mal in Granada (1995-2007).
 
Er erarbeitete sich auch im Ausland eine hohe Reputation, seine Arbeiten wurde in 18 Sprachen übersetzt. Neben einer deutschen wurde ihm zum 70. Geburtstag auch - erstmalig für einen deutschen Staatsrechtslehrer - eine internationale Festschrift dargebracht. Viel Echo fand seine Lehre von der Rechtsvergleichung als "fünfte Auslegungsmethode" und vom "status activus processualis".
 
Er widmete sein wissenschaftliches Wirken später vermehrt der vergleichenden Verfassungslehre und den Kulturwissenschaften. Dies äußerte sich auch in seiner - auch nach seiner Emeritierung bis zum heutigen Tag fortgesetzten - Herausgebertätigkeit des Jahrbuchs des öffentlichen Rechts der Gegenwart (seit 1983).
 
Veröffentlichungen über Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Häberle:
 Los gigantes de Weimar (a propósito de una visita a Peter Häberle) en "Ius et Veritas", número 17, noviembre de 1998;
«Revista Jurídica», número 134, enero 1996-julio 1999;
«Entre abogados», San Juan, Argentina, año VII, número 1, 1999;
J. Gomes Canotilho, in: Die Welt des Verfassungsstaates. Internationales Kolloquium aus Anlaß des 65. Geburtstages von Professor Dr.Dr.h.c.mult. Peter Häberle, Baden-Baden, 2001, S. 229 ff.
Z. Posavec, Teorija ustavne države Petera Häberlea, in: Ustavna države, 2002, S. 279 ff.;
S. de la Sierra, Estado Constitucional..., in: Revista Española de derecho constitucional, 2002, S. 323 ff.;
F. Hoffmann, Book Review – Häberle and the World of the Constitutional State, GLJ Vol. 4 No. 1, 1. Jan. 2003;
Jörg Luther, La Scienza häberliana delle costituzioni, in: Analisi e diritto 2001 (a cura di P. Comanducci e R. Guastino), 2001, S. 105 – 143;
Rafael Caiado Amaral, Peter Häberle e a Hermenêutica Constitucional, 2004, 197 Seiten;
M. Azpitarte Sánchez, Apuntes Sobre el Pensamiento de Peter Häberle, in: Revista de la Facultad de Derecho de la Universidad de Granada, 6, 2003, S. 345 – 364

 

http://www.bieur.uni-bayreuth.de/de/team/01_peter_haeberle/index.html
 

 

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